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Projekte

Laufende Projekte im Überblick

Spendenaufruf: Hilfe für Baris – Ein behindertengerechter PKW für mehr Teilhabe 

Hilfe für Baris – Ein behindertengerechter PKW für mehr Teilhabe

Bürgerstiftung Delbrücker Land bittet um Unterstützung 

Die Bürgerstiftung Delbrücker Land bittet um Ihre Unterstützung: Baris Halis-Boran Taskaya aus Delbrück benötigt dringend ein behindertengerechtes Fahrzeug. 

Der 18-jährige Baris leidet an einem seltenen Gendefekt, der ihn stark einschränkt. Er kann nicht laufen, nicht sprechen, nicht selbstständig essen oder trinken und ist auf die Hilfe seiner Eltern angewiesen, und das rund um die Uhr. Ein geeignetes Auto ist für ihn lebensnotwendig, damit er weiterhin soziale Kontakte pflegen, seine Werkstatt besuchen und Freunde oder Familie treffen kann. Öffentliche Verkehrsmittel sind keine Option, und ohne ein behindertengerechtes Fahrzeug droht Baris soziale Isolation. 

Die Bürgerstiftung Delbrücker Land möchte gemeinsam mit Spenderinnen und Spendern aus der Region die Anschaffung und den Umbau eines Fahrzeugs ermöglichen. 

Nach Rücksprache mit spezialisierten Anbietern belaufen sich die Gesamtkosten auf etwa 55.000 Euro: 38.000 Euro für das Basisfahrzeug und rund 17.000 Euro für den Umbau mit Rollstuhlrampe, Bodenabsenkung, Rückhaltesystem und speziellen Sitzen. 

Jede Spende – ob groß oder klein – trägt dazu bei, Baris Lebensqualität und gesellschaftliche Teilhabe zu sichern. 

„Mit Ihrer Hilfe kann Baris weiterhin selbstbestimmt am Leben in seiner Gemeinschaft teilhaben. Jede Spende macht einen Unterschied – mit Herz und Hand für Baris und für unsere Gemeinschaft“, hofft Hermann-Josef Schulte, Vorsitzender der Bürgerstiftung Delbrücker Land auf zahlreiche Unterstützerinnen und Unterstützer.

Spenden
Spenden können auf das Konto der Bürgerstiftung Delbrücker Land überwiesen werden: IBAN DE47 4786 2447 2232 2377 02, Verwendungszweck: „Baris – behinderten-gerechter PKW“.

Zum Herunterladen: Flyer Spendenaufruf - Hilfe für Baris

Delbrücker Ukrainehilfe

Ukraine Hilfe

Die Delbrücker Ukrainehilfe engagiert sich seit Beginn des Krieges mit großem Einsatz für notleidende Menschen in der Ukraine. Durch zahlreiche Hilfstransporte, Spendenaktionen und ehrenamtliche Unterstützung konnte bereits viel bewegt werden.
Jede Form der Unterstützung – ob finanziell, materiell oder organisatorisch – trägt dazu bei, Hoffnung und konkrete Hilfe dorthin zu bringen, wo sie dringend gebraucht wird.
Spenden sind willkommen auf das Konto der Bürgerstiftung Delbrück Land mit dem Verwendungszweck „Ukrainehilfe“. Die Mittel werden ausschließlich für Projekte der Ukrainehilfe verwendet. Alternativ besteht die Möglichkeit, über den Button „Zustiften und Spenden“ eine Online-Spende zu leisten.
Die Pressetexte mit zahlreichen Fotos vermittelt einen eindrucksvollen Einblick in die engagierte Arbeit vor Ort.

Ansprechpartner
Weiterführende Informationen zur Ukrainehilfe gibt Johannes Grotthoff, E-Mail jgrothoff@aol.com, der die Touren plant, die Hilfsgüter einsammelt und als zentraler Ansprechpartner zur Verfügung steht.

Viele bewegende Begegnungen obwohl der Krieg allgegenwärtig ist  -  Delbrücker bringen vier weitere Feuerwehrfahrzeuge in die Ukraine (Text und Fotos v. Axel Langer)

Delbrück / Lwiw / Czernowitz (al). Drei Löschfahrzeuge und eine Drehleiter sowie ein Sprinter mit Anhänger standen auf dem Gelände des Delbrücker Feuerwehrgerätehauses bis oben hin bepackt mit Feuerwehrausrüstung und Schutzkleidung. Noch war es dunkel als sieben Helfer den zehnten Konvoi der Delbrücker Ukrainehilfe in Angriff nahmen und Richtung Osten starteten. Mit den aktuellen vier Fahrzeugen hat die Ukrainehilfe aus Delbrück bislang 46 Feuerwehrfahrzeuge, Feuerwehrausrüstung, Medizintechnik und Lebensmittel im Wert von rund 3,5 Millionen Euro in das vom Krieg geschundene Land gebracht.

In der Nähe der polnisch-ukrainischen Grenze wurde übernachtet und am nächsten Morgen ging es zur Grenze. „Was uns dieses Mal wohl erwartet?“ war den Gesichtern die Sorge vor langer Wartezeit anzusehen. Doch mit vier Stunden Abfertigungsdauer lief alles glatt. Einige Fragen konnten schnell beantwortet werden und es über teils mit tiefen Schlaglöchern übersäte Straßen nach Lwiw. Auf dem Weg in die 800.000 Einwohner Metropole fiel auf, dass viele, riesige Eigentumswohnungskomplexe und Industriehallen neu entstehen. In Lwiw liefert uns die Feuerwehr eine Erklärung hierfür: Auf Grund der regelmäßigen Stromabschaltungen und der Energieknappheit fürchtet die Regierung, dass viele Menschen aus dem Osten der Ukraine umgesiedelt werden müssen. Dem Raum Lwiw würden dann allein 250.000 Binnenflüchtlinge zugewiesen. Ohnehin berichtet Witaly Turowzew, stellvertretender Leiter der Feuerwehr von Lwiw, dass zu regelmäßigen Stromabschaltungen komme. Durch die Zerstörungen der Energieinfrastruktur reiche der Strom nicht mehr für das ganze Land, so dass in regelmäßigen Abständen einzelne Regionen vom Netz genommen werden.

An einer am Rande von Lwiw gelegenen Feuerwache wird ausgeladen und sortiert. Feuerwehrschutzkleidung, Helme, Atemschutzgeräte werden ausgeladen. Ein Teil bleibt in Lwiw, weitere Feuerwehrausrüstung geht nach Charkiw, nach Odessa und nach Kiew. Noch im Laufe des Tages wurden die wichtigen Spenden abgeholt. Doch schon beim Ausladen wird der Krieg spürbar: Es erfolgen in zwei größeren Abständen Luftalarme, doch es droht keine Gefahr. Am Abend geht es dann in ein Hotel und ein erster Rundgang durch die Altstadt von Lwiw, die als UNESCO-Welterbe anerkannt ist. Würden in der Fußgängerzone nicht die Notstromaggregate dröhnen, es würde sich nach einer ganz normalen Stadt anfühlen. Viele Menschen sind bei strahlendem Sonnenschein unterwegs, sitzen in Cafés oder Restaurants. Aber der Krieg ist allgegenwärtig: An öffentlichen Gebäuden sind Kellerfenster mit Sandsäcken gesichert, alle drei bis vier Stunden werden die Notstromaggregate angestellt, weil der Strom abgeschaltet wurde, Statuen sind eingehaust und mit einem Splitterschutz umgeben und der nächste Luftalarm übertönte die friedliche Stille. Doch es scheint als wäre das längst Alltag geworden. Niemand reagiert. Eine abendliche Sperrstunde leert dann schnell die Straßen. In der Nacht folgen noch zwei weitere Luftalarme. Das Heulen ist unüberhörbar. Alle stehen senkrecht im Bett.

Am nächsten Tage muss noch fleißig umgeladen werden, schließlich fahren drei Helfer mit dem Sprinter wieder nach Delbrück zurück. Die vier Feuerwehrfahrzeuge werden bis unters Dach voll geladen. Unsere beiden Begleiter und Dolmetscher, Oxana Tatashuk und Heinrich Heinrichs treffen ein. Wir machen uns auf den Weg nach Hermakivka, einem kleinen Dorf in der Region Ternopil. Nach teils sehr schlechten Straßen und Schotterstrecken erreichen wir das kleine Dörfchen, das 1.500 Einwohner zählt. Die Dorfälteste Svitlana Stephanko empfängt uns. Sie erzählt, dass 50 Männer aus ihrem Dorf gerade an der Front sind. Sie ist sehr gerührt. „Für mich geht gerade ein Traum in Erfüllung. Das nächste Feuerwehrfahrzeug steht 20 Kilometer entfernt. Vor ein paar Jahren ist meine beste Freundin bei einem Wohnhausbrand ums Leben gekommen. Es hat viel zu lange gedauert, bis die Feuerwehr da war. Jetzt bauen wir eine eigene Feuerwehr auf. Viele Männer im Alter von über 60 Jahren haben sich bereiterklärt, das Fahrzeug zu besetzen. Einige hauptberuflich Feuerwehrleute übernehmen das Training“, übersetzt Heinrich Heinrichs. Nebenbei übernimmt Johannes Grothoff die Einweisung in das Fahrzeug. Das kleine Tanklöschfahrzeug hat uns die Feuerwehr Erwitte zur Verfügung gestellt. Wenige Minuten später sitzt die Dorfälteste etwas abseits auf einer Mauer und ein paar Tränen kullern. „Ich bin gerade überglücklich, ich kann nicht anders“, erstickt ihre Stimme vor Rührung. In einem nahegelegenen Wald wartet ein echtes Festessen auf uns. Es wird viel gelacht und das leckere Essen genossen. Plötzlich ist der Krieg weit weg.

Nach einer Übernachtung in Privaträumen des Dorfes geht es weiter in das 50 Kilometer entfernte Vikno. Die Kleinstadt zählt rund 6.000 Einwohner und gehört schon zur Region Bukovina mit der Hauptstadt Czernowitz. Um die teils in erbärmlichen Zustand befindliche Straße abzukürzen, nutzen wir eine abenteuerliche Pontonfähre über den Dnijster. Die sehr alte Fähre verfügt über keinen Motor und nutzt die ordentliche Strömung des Dnijster zum hin und her pendeln aus. Die Maximalbelastung liegt bei 30 Tonnen. Vorsorglich wird jedes der drei verbliebenen Feuerwehrautos einzeln transportiert. Das Übersetzten der Drehleiter lässt bei der Gruppe Zweifel an der Belastbarkeit der Fähre aufkommen. Aber alles klappt. Müssen zu Beginn der Überfahrt alle Fahrzeuge bis ganz nach vorne fahren, damit das Heck der Fähre freikommt, müssten alle Fahrzeuge während der Überfahrt ein paar Meter zurücksetzen, damit der Bug der Fähre angehoben wird und an der Schotterstrecke anlanden kann. In Vino werden die beiden Löschfahrzeuge aus Bad Driburg übergeben. Die Fahrzeuge und die Fahrer werden wie die zahlreichen Gäste gesegnet. Ein feierlicher Empfang erwartet uns in der Schule des Ortes. Mit den Nationalhymnen und einer Schweigeminute für die Kriegsopfer startet der Empfang. Der Bürgermeister findet viele Worte des Dankes. „Ihr Einsatz stärkt uns in dem Glauben eine Zukunft zu haben. Sie lassen uns eine Schulter zum Anlehnen spüren. Vielen Dank“, so der Bürgermeister. Uns wird klar, dass die persönliche Übergabe und die Begegnung mit den Menschen fast genauso wichtig ist, wie die Übergabe der Hilfsgüter. Die Fahrzeuge ersetzen ein 40 Jahre alten Ural, der auf 100 Kilometern 80 Liter Benzin verbraucht und auch sonst schon reichlich altersschwach daherkommt.

Am Folgetag erfolgt eine gründliche Einweisung in die Technik der beiden Löschfahrzeuge. Beim Abendessen an einem malerischen See überfliegt plötzlich ein Düsenjet das Gelände. Alle halten ob des Tieffliegers sie Luft an. Doch unsere Ukrainischen Gastgeber geben schnell Entwarnung, das war ein Trainingsflug eines ukrainischen Jets.

Am nächsten Morgen nehmen wir die letzte Etappe nach Czernowitz in Angriff. Hier wird die Drehleiter aus Erwitte übergeben. Die Feuerwehr erklärt uns, dass sie zwar noch über eine große, 50 Meter lange Drehleiter verfügen, dieses wird aber in den nächsten Tagen nach Charkiw versetzt. Hier wird die nun überführt Drehleiter zum Einsatz kommen, bis die vom Ukrainischen Staat bestellen neuen Drehleitern eintreffen. In Czernowitz erklärt Andrej, warum die Feuerwehrkleidung für sie so wichtig ist. „Vom Staat bekommen wir eine Grundausstattung gestellt, die Qualität ist nicht sehr gut. Wir kaufen uns die Kleidung oft selber, die Preise haben sich aber mehr als verdreifacht. Feuerfeste Schutzkleidung ist fast unerschwinglich“, blickt Andrej mit großer Freude auf die Kleidung und die Helme. Alle Fahrzeuge wurden heil und in einsatzbereitem Zustand übergeben. Schließlich treten die Delbrücker über das rumänische Suceava den Rückflug an.

Delbrücker Ukrainehilfe fährt bei elftem Konvoi bis nach Charkiw Erlebnisreiche Tage: Große Gastfreundschaft, Luftalarm und technischer Defekt (Text und Fotos v. Axel Langer)

Delbrück (al). Rund 4.700 Kilometer binnen sieben Tagen lagen beim elften Hilfskonvoi der Delbrücker Ukrainehilfe vor den neun Fahrern. Ziel war bei der bislang größten in der Ukraine zurückgelegten Entfernung neben Lwiw und Kiew auch Charkiw im Nordosten des Landes. Drei Feuerwehrfahrzeuge, Medikamente, Stromaggregate, wärmende Winterkleidung, Feuerwehrtechnik und Tierfutter gehörten waren an Bord der Feuerwehrfahrzeuge sowie der drei zivilen Fahrzeuge.

Monatelang hatte Johannes Grothoff die Tour geplant, Hilfsgüter gesammelt, Zollpapiere zusammengestellt und eine Strecke ausgearbeitet. Bei der Planung galt es auch an die Sicherheit der Gruppe zu denken, so dass in den großen Städten immer Hotels am Rande der Metropolen gebucht wurden. Der elfte Hilfskonvoi wird von der Hilfsorganisation Archemed aus Möhnesee unterstützt. Diese Organisation stellte nicht nur einen Transporter zur Verfügung, sondern trug auch die Fahrtkosten. Kurzfristig musste Johannes Grothoff passen und das Team machte sich auf den Weg nach Radymno an der polnisch-ukrainischen Grenze. Hier wurde übernachtet. Am nächsten Morgen gab es für alle Fahrzeuge einen Tankstopp und es ging Richtung Grenze nach Medyka. Begleitet wurden wir von Mikahil, unserer Kontaktperson von Archemed für Charkiw. Mikahil war ein echter Gewinn und hat sich um die kleinen und großen Probleme im Zoll gekümmert. Immer mit einem Lächeln im Gesicht. Eines der Probleme, war dass der Pferdeanhänger von Johannes Grothoff nach den Unterlagen des Ukrainischen Zolls noch gar nicht ausgereist war und das seit rund zwei Jahren. Der Anhänger wurde einmal in einer „Röntgenhalle“ durchleuchtet und das Problem war gelöst. Auch die Papiere der Feuerwehrautos musste noch ergänzt werden. Doch nach nur zweieinhalb Stunden hatte alle einen Einreisestempel im Pass. Neuer Schnelligkeitsrekord!

Die Delbrücker steuerten Lwiw an. Auf halber Strecke holte uns Pavlo von der dortigen Feuerwehr ab und lotste uns zu einer der Feuerwachen am Rande von Lwiw. Hier wurde Feuerwehrtechnik, rund 1000 Liter Löschschaum und eine ganze Reihe Kartons mit Spenden aus Borken ausgeladen. Zusätzlich wurde die im Oktober 2022 nach Lwiw gefahrene Drehleiter aus Büren repariert. Durch einen defekten Sensor im Korb der Drehleiter, ließ sich der Leiterpark nicht ausfahren. Jan Pieter Touwen, LKW-Monteur, Kevin Ludwig von der Feuerwehr Heidelberg und Tom Stone übernahmen diesen Part, starteten die Fehlerauslese und konnten tatsächlich für Abhilfe sorgen. Das Ersatzteil konnte bestellt werden und die Drehleiter ist wieder einsatzbereit. Ein toller Erfolg für den ersten Tag. Nach einer Übernachtung ging es weiter Richtung Kiew.

Bei der Ankunft in der Ukrainischen Hauptstadt es bereits dunkel und wir werden zum Lager der Hilfsorganisation Patron gelotst. Am dunklen Himmel ist zu sehen, dass die Luftabwehr aktiv ist und russische Drohnen oder Raketen bekämpft. Statt der ursprünglich geplant drei Abladestellen, wird aus Sicherheitsgründen an nur einer Stelle abgeladen. Rund 25 Stromaggregate werden entladen, sehnlich erwartete Winterkleidung und Schlafsäcke, Medizinische Hilfsgüter und Tierfutter werden abgeladen. Die Mitarbeiter von Patron waren beeindruckt. Lagen zunächst nur drei Paletten bereit, wurden hinterher ein Dutzend Paletten bepackt. Von hier wurden aus wurden viele Stromaggregate nach Dnipro weiterversandt und sind inzwischen angekommen.

Die Leiterin des Tierheims, Olga, erzählt uns, dass das Gelände und die Lagerhalle zu Beginn des Krieges für 30 Tage von russischen Truppen besetzt war. Es gäbe noch reichlich Spuren des russischen Militärs. Auf die Schiebetür des Lagers wurde mit schwarzer Farbe ein V gesprüht. Im Büro das Tierheims wurde ein Tresor aus der Wand gerissen und die russischen Soldaten versuchten den Tresor zu knacken. Außerdem zeigt uns Olga viele Überbleibsel von Raketen und Munition sowie den Flügel einer russischen Drohne, die in den bisherigen drei Kriegsjahren auf dem Gelände des Tierheims gefunden wurden. Rund 350 Hunde und über 100 Katzen sind hier untergebracht. Olga erklärt, dass viele der Hunde aus den Frontgebieten stammen, misshandelt und getreten wurden. „Diese Hunde sind eine Gefahr für Erwachsene und Kinder, da sie sehr aggressiv sind“, betont Olga. Valerie, Mitarbeitern des Tierheims überreicht uns eine kleine Handpuppe, die deutlich Brandspuren aufweist. Die Puppe habe sie aus ihrem zerbombten Wohnhaus retten können und macht sie uns nun zum Geschenk, da sie mit dem Teil ihres Lebens abschließen möchte. Sie kümmert sich rührend um die Tiere und hat hier eine sinnvolle und für sie erfüllende Aufgabe gefunden. Es kullern Tränen.

Nach einer Nacht mit Luftalarmen geht es weiter Richtung Charkiw, doch der Tag sollte anders verlaufen als geplant. In einem Vorort von Kiew, in Boryspil streckt plötzliche eines der Löschfahrzeuge. Die Tankanzeige ist offensichtlich kaputt gegangen, jedenfalls zeigt sie einen noch halbvollen Tank an, doch der Tank ist so leer, dass das Auto nicht anspringt. Nach wenigen Minuten ist auch die Polizei vor Ort. Wir stehen mitten auf einer wichtigen Kreuzung. Mit dem zweiten Löschfahrzeug wird unser Havarist abgeschleppt und am Fahrbahnrand beginnt die Reparatur. Wieder ist Jan Pieter Touwen gefragt und er verschwindet unter der hochgefahrenen Fahrerkabine in den Tiefen des Motors. Ein junger ukrainischer Monteur löst nach rund fünf Stunden das Problem. Zwischenzeitlich lernen wir Andrej kennen. Er ist Feuerwehrmann in Boryspil und berichtet, dass in einem der Hochhäuser in unserer Nähe in den ersten Kriegswochen eine Rakete eingeschlagen sei und er eine Frau gerettet habe. Der Einschlag ist längst saniert und nicht mehr zu sehen. Andrej berichtet von dramatischen Szenen. Er zeigt Fotos von den Stellungen des russischen Militärs und russische Panzer, die nicht einmal zwanzig Kilometer entfernt waren.

Andrej vermittelt uns einen Besuch in einem kleinen Museum, dass die Geschichte von Boryspil zeigt. Parallel entwickeln wir einen Plan B für das liegengebliebene Fahrzeug. Andrej sagt zu, dass die Feuerwehr aus Boryspil das Fahrzeug abschleppen und reparieren würde und sich um den Transport nach Charkiw kümmern würde. Tolles Engagement. Plötzlich steht ein älterer Herr hinter uns, er hat uns beobachtet und für jeden einen Becher Kaffee dabei. Ehe wir uns bedanken können, ist er auch schon wieder entschwunden. Die Reparatur geling, doch wir werden es nicht mehr bis Charkiw schaffen, ohne mit der nächtlichen Ausgangssperre in Konflikt zu geraten. Wir übernachten in Poltawa, was eigentlich erst für die Rückfahrt geplant war. Drei Kilometer vor dem Hotel bleibt das Löschfahrzeug erneut liegen. Eine Hydraulikleitung ist, wohl durch das zusätzliche Gewicht in der Kabine, abgerissen. Wir entschließen uns, das Auto zum Hotel zu schleppen. Im Konvoi geht es mit Blaulicht zum Hotel. Immer wieder unterstützen uns Ukrainer und sichern große Kreuzungen mit ihren Fahrzeugen zusätzlich ab. Nachts heulen wieder Sirenen – Luftalarm.

Ein Monteur aus Charkiv schafft es gemeinsam mit Jan Pieter Touwen die kaputte Leitung durch ein neu gebautes Teil zu ersetzen. Die Fahrt kann weitergehen, zur Feuerwache in Charkiw. Am Treffpunkt sehen wir Mikahil wieder, er lotst uns durch die Vororte von Charkiw. Überall sind Luftabwehrstellungen zu sehen. Es gibt wieder Luftalarm und wir verzichten auf eine Fahrt durch Charkiw. Wir laden an der Feuerwehr aus, übergeben die Fahrzeuge und erklären ein paar grundlegende Dinge zu den Autos. Die Feuerwehrleute strahlen und die Dankbarkeit ist groß. Ein paar kurze Gespräche kommen zu Stande, doch der Zeitdruck ist groß: Mit zwei Kleintransportern geht es zurück nach Kiew. Auch hier gibt es Luftalarm und in der Nacht hören wir Detonationen in der Innenstadt von Kiew. Gut, dass wir am Rande untergebracht sind. Nach einem weiteren Zwischenstopp in Lwiw geht es Non-Stopp nach Delbrück zurück, wo wir erschöpft, aber zufrieden ankommen. Erste Fotos aus der Ukraine zeigen, dass unsere Arbeit erfolgreich war.